Korsika - Île de beauté


Wir sind wieder zurück, eine Woche Korsika und die Insel macht wirklich Lust auf mehr!!

Korsika und Pauschaltourismus á la Kanaren passen nicht zusammen, es gibt Angebote, aber wirklich zugesagt hatte uns das nicht.
Wir haben uns also entschlossen alles selber zu machen. Flug gesucht ab Hamburg, nur 1x pro Woche auf einem Samstag nach Bastia, im Norden der Insel. OK
Mietwagen gesucht. Wir haben wieder über Car del Mar gebucht, Vermieter war dann Avis France.
Wohnungssuche. Eine nette Lage sollte sie haben, unweit vom Strand und definitiv Balkonien mit Meerblick.
Irgendwann haben wir dann eine gefunden an der Westküste in Villanova, n Stück nördlich von Ajaccio, kein Schnäppchen aber sonst stimmte alles, zumindest laut Beschreibung und Bilder.
Kontakt aufgenommen, zum Glück auf englisch möglich gewesen und den französischen Mietvertrag unterschrieben. Ganz entspannt ohne Anzahlung, Bezahlung vor Ort.

Also Samstag 11.6. ging es los, Flug mit einer kleinen Bombardier Canadair CRJ900. Das fand ich mal cool in so einem kleinen Regionalbomber wo man in der Mitte mit 1,80 gerade mal gut stehen kann ;-)

Mit ein bißchen Verspätung gestartet sind wir nach 2 Std. Flug in Bastia gelandet und da war mal so gar nichts los, keine weitere Maschine da, kaum Leute im Terminal. Was für eine Ruhe :-)
Ab zu Avis an den Schalter, auf englisch angesprochen, antwortete eine Stefanie: "Wir können auch dt. reden" ;-)
OK, das war mal einfach. Bekommen haben wir dann eine Klasse höher, einen Renault Megane mit gerade mal 1900km aufm Tacho, leider keinen Diesel, aber egal, man kann nicht alles haben.
Aber meine erste Enttäuschung legte sich als wir los gefahren sind, der hat einen Turbo Benziner, vermutlich wie VW TSI Motoren, und "Hut ab" , geht gut nach vorne los!!
Nach einer Woche muß ich sagen, kein so schlechtes Auto!! Würde mir trotzdem nie einfallen so einen zu kaufen ;-)
Navi hat der Karren auch noch, nichts einfacher als das. Dennoch die Karte auf die Knie, aber so konnten wir wenigstens direkt sehen, dass wir nun 3 Stunden Autofahrt vor uns hatten !!  :-(

Das ist Korsika, willst Du von Nord nach Süd an der Ostküste, scheint es zu gehen, aber quer über die Insel von Ost gen Westen oder auf der Westseite gen Süden mußt Du viel Zeit haben!
Man muß immmer durch die Berge die sich bis auf knapp 3000 Meter strecken! Tolle Anblicke aber Kurven, Kurven und nochmals Kurven!! Aber der Megane ließ sich wirklich gut durch die Sepentinen schicken,
meine Reifen waren es ja auch nicht :D

Angekommen in Villanova das Haus gesucht. Hausnummern gibt es nicht, mit Glück ein Name auf dem Briefkasten. Nix zu machen, Otti ihre ersten 3-7 Wörter Französisch zusammengesetzt und gefragt.
Mit einer guten Std. Verspätung sind wir dann am Haus angekommen, 2 Frauen erwarteten uns, sie wurden geschickt uns den Schlüssel zu überreichen, wußten sonst von nichts, konnten auch nur französisch.

"booah watt iss dat geil" ging durch meinen Kopf ;-) Der Ausblick aufs Meer .... toll!! Die Wohnung in Ordnung, sauber, groß aber n bißchen lieblos und kühl eingerichtet, außen ums Haus herum ebenso lieblos, kaum Blümchen etc.
Das Nachbarhaus zur Rechten und vor/unter uns waren dafür mit bunten Blumen übersäht!


Angekommen. Die Sonne scheint, 25 Grad, ein bißchen Wind, schöne Wellen in der Bucht. Hübsch. Eine hübsche Insel.
Auspacken, Klamotten gewechselt und jetzt n Bier, wir waren ja auf dem Weg noch einkaufen. Aufgerissen die kleine grüne Bombe und wat iss ?? Andi hat sich vergriffen und son blödes Bier-Mix Gesöff eingekauft mit sagenhaften 1‰ !! Nuuuur süß, pfuideibel - ich glaube so ähnlich wie früher bei uns dieses McTwo. OK, kein Bierchen und direkt zum Strand gelaufen. Bergab, ich schätze gut 500m zu laufen.
Abends zurück, auf der Loggia Abendbrot gegessen bei 1a Sonneuntergang. Toll!

Sonntag, erster richtiger Urlaubstag. Ich muß schon sagen, Aufstehen und Meerblick ist mal geil. Es sollte losgehen, Frühstücken, Sachen packen, auf zur ersten kleinen Wanderung.
Mit dem Dumont "Wandern auf Korsika" hatten wir uns eine Tour in der Nähe ausgesucht. Zu einem Bergsee bei Soccia.
Anfahrt durch die Berge: 1,5 Std. - und das scheint auf der Karte nur n kleines Stück zu sein, da braucht man echt für jede Strecke einfach mal ne ganz Ecke länger, ist so.

Unterwegs, Bergfluß trifft auf Meer:


Angekommen, Karren abgestellt. Laut Wanderprofil nur 300 Höhenmeter Unterschied bis zum See, aber was soll ich sagen. Wir sind doch ordentlich ins Pusten gekommen. Wir haben ja keine Ahnung vom Wandern :-) Aber wenn man sein Ziel erreicht hat, auch wenn man sich nur kleine Ziele steckt, das ist schon toll !! Macht echt Spaß, hier und da ne Echse, der Ausblick etc. Man nimmt alles anders wahr!


Montag, Pfingsmontag. Alle Geschäfte wieder offen obwohl auch in Frankreich ein Feiertag. Andi kann sich echtes Bier kaufen :D
Heute soll nach Bonifacio, wobei, das Navi sagt 3h Autofahrt :-( Egal, dann haben wir die Tour hinter uns ;-) Das ist echt n ganz schönes geeier und Abends wieder zurück zur Wohnung.
Übrigens auch ein guter Grund die Insel mit dem Bulli oder ähnlich abzureisen, man muß abends nicht wieder zurück. Sowieso haben wir richtig viele Bullis und Camper gesehen, und 90% davon California.

Bonifacio, eine kleine Stadt am Hang ganz im Süden. Angekommen am Hafen, Touris über Touris. Aber nicht ohne Grund, oben in der "alten" Stadt,
welche quasi in einer Festung liegt, ist es echt mal schnuckelig. Kleine Gassen, viele viele kleine Lädchen. Hat uns gut gefallen.
Und dann die Kulisse mit den Steihängen am Meer, den Überhängen, wo oben noch Häuser drauf stehen. Ich glaube ich könnte da nicht mehr ruhig schlafen. 

Und was sehe ich da in einem dieser Läden, irgendwie n echt schicker, bunter Blechbulli. Aber ich war dann doch zu geizig. 54 Euro !!
Knapp 3 Stunden sind wir da gewesen, dann wieder nach Hause durch die schöne Landschaft. Links, rechts, links, rechts, rauf, runter, links, rechts.... die Reifen werden nicht kalt auf der Insel :-))
Bei einer Pinkelpause noch diesen sagenhaften Himmel geknippst, zu Hause auf Balkonien den Abend ausklingen lassen....

Dienstag haben wir uns dann vorgenommen nicht wieder den ganzen Tag im Auto zu verbringen. Ausschlafen, lecker Frühstück mit Meerblick und dann runter nach Ajaccio. Napoleons Geburtsstadt. Angekommen, Stau. So stand es auch im Urlaubsführer, immer viel Verkehr. Dort sind wir dann durch die Stadt gelaufen, viele, viele Leute, Lärm .... nicht sooo schön, bzw. waren wir am Ende froh wieder raus zu sein aus der Stadt. Warum da so viele dt. Touris rumliefen haben wir dann im Hafen gesehen, die Aida Bella war da ;-)

Nachmittags dann noch bei uns am Strand den Körper in die Sonne gehalten und das tolle Wetter genossen.  Mittwoch wieder eine kleine Wanderung. Rüber gen Ostküste, gut 2h Autofahrt. Tour 30 aus dem Buch zum Trou de la Bombe. Ein Loch im Felsen, eine schöne Waldwanderung.

Am Donnerstag die nächste Tour, unsere längste, zu dem Cascade de Anglais ab Vizzavona (Tour 23) Ein Teilstück über die bekannte Wanderroute GR20 bis zu dem Wasserfall durch ein wirklich schönes Gebiet. Dort oben eine ordentliche Pause eingelegt.

Zurück über irgendwelche Endmöränen an einer alten Burg vorbei. Dann jedoch den richtigen Weg verpasst. Hoch in den Wald und eine Abzweigung gesucht, ... durch den Wald, gelaufen und gelaufen und nicht mehr so richtig gewußt wo wir sind :-( Hin und her, runter zur Strasse, dann haben wir es doch geschafft. Der kleine unbekannte Umweg hat uns wohl ne gute Stunde gekostet und Otti ne Beule am Schienbein, weil sie leider einmal an einerm Zaunüberstieg abgerutscht ist :-( Im Nachhinein aber alles nicht so schlimm, waren dann aber doch froh als wir wieder am Auto waren. Gesehen haben wir lustige große Käfer, riesige Bäume, umgeknickte Strommasten, welche nur noch vom Kabel gehalten werden, alte gammelige Transporter und verlassene Herrenhäuser.

Und nun ist schon Freitag, der letzte ganze Urlaubstag. Wir sind dann noch mal an der Westküste hochgefahren, haben hier und da angehalten und uns die Dörfer angeschaut.

Dank des Tipps unserer deutschen Nachbarin haben wir dann noch den "Grand Canyon" Korsikas angeschaut. Calanche de Piana - Eine bizarre Ecke Land, nur 3km breit mit roten Felsen, bei Abendsonne vermutlich doppelt so schön und doppelt so rot ;-) In der Hauptreisezeit total überlaufen, wir sind aber ganz gut durchgekommen. Auf Bildern kommt das nicht so rüber, aber das lohnt sich mal anzuschauen.

Freitag Abend dann noch mal die Sonne genossen, dann mußten wir schon Sachen packen.

Samstag sind wir dann um 09:00 Uhr wieder aufgebrochen auf die 3h Fahrt zurück nach Bastia. 14:00 Rückflug, mit kleiner Verspätung, aber nur 1:45h Flugzeit gut in HH gelandet.

Vormittags knapp 30 Grad und Sonne, Nachmittags in HH 16 Grad und Regen ...... Fazit: Da fahren wir definitiv nochmal hin, vermutlich länger und dann als Campingurlaub. Überall sind Campingplätze und vor allem braucht man dann nicht immer wieder zurück zum "Lager" Ansonsten hat alles geklappt, auch mit der Verständigung ging es irgendwie. Wetter war durchweg total super.